Rügen bietet mehr als 30 ausgewiesene Ausflugsziele – von den Kreidefelsen im Jasmund-Nationalpark über die Leuchttürme bei Kap Arkona bis zum autofreien Paradies Hiddensee. Wer eine Ferienwohnung auf Rügen bucht, hat von fast überall auf der Insel die Möglichkeit, innerhalb einer Stunde mehrere der schönsten Naturschauspiele und historischen Sehenswürdigkeiten Nordostdeutschlands zu erreichen.
Auf einen Blick
- ✓ Kap Arkona – nördlichster Punkt Rügens mit 3 Leuchttürmen
- ✓ Königsstuhl – bekanntester Kreidefelsen, 118 m über der Ostsee
- ✓ Hiddensee – autofreie Nachbarinsel, 1,5 Std. per Fähre erreichbar
- ✓ Jagdschloss Granitz – Märchenschloss im Buchenwaldgürtel
- ✓ Fischerdorf Vitt – eines der schönsten Dörfer Rügens
Nordroute: Kap Arkona und Fischerdorf Vitt
Die Nordspitze Rügens gehört zu den eindrucksvollsten Abschnitten der gesamten deutschen Ostseeküste. Kap Arkona beeindruckt mit drei historischen Leuchttürmen – darunter der von Karl Friedrich Schinkel entworfene Backsteinturm aus dem Jahr 1826 – sowie der slawischen Wallanlage Jaromarsburg. Der nördlichste Punkt Rügens ist autofrei; Besucher parken am Ortseingang Putgarten und laufen rund zwei Kilometer oder nehmen die Kap-Arkona-Bahn.
Vom Kap aus lohnt sich unbedingt der kurze Abstieg ins Fischerdorf Vitt: Reetgedeckte Häuser, ein kleines Räucherfischhäuschen und ein ruhiger Hafen bilden ein Idyll, das sich kaum verändert zu haben scheint. Die Kombination Kap Arkona + Vitt ist an einem halben Tag gut zu schaffen. Tipp: Früh starten, denn der Parkplatz Putgarten füllt sich im Sommer schnell. Vom Bahnhof Binz gibt es außerdem saisonale Fahrradzüge bis in den Norden der Insel.
Jasmund: Königsstuhl und der Nationalpark
Der Jasmund-Nationalpark ist das naturschutzfachliche Herzstück Rügens und UNESCO-Weltnaturerbe. Sein bekanntestes Wahrzeichen ist der Königsstuhl – ein 118 Meter aufragender Kreidefelsen direkt an der Küste. Das moderne Nationalpark-Zentrum am Königsstuhl bietet auf 2.000 Quadratmetern interaktive Ausstellungen über die Entstehung der Kreideküste und das Ökosystem des Buchenwaldgürtels.
Wichtig zu wissen: Privatfahrzeuge dürfen nicht bis zur Küste fahren. Der Nationalpark-Shuttle fährt ab Sassnitz und Hagen direkt zum Königsstuhl-Zentrum – bequem und umweltfreundlich. Wer mehr Zeit hat, kombiniert den Königsstuhl mit einem Besuch des Fischerhafens Sassnitz: frischer Räucherfisch, historische Kutter und die quirlige Atmosphäre eines noch aktiven Hafens.
Mönchgut: Jagdschloss Granitz und Rasender Roland
Im Südosten Rügens liegt das Biosphärenreservat Mönchgut mit einer der vielfältigsten Küstenlandschaften der Insel. Das Jagdschloss Granitz thront auf dem 107 Meter hohen Tempelberg inmitten der Granitz-Wälder. Von seinem Mittelturm – 154 Stufen über eine freitragende gusseiserne Wendeltreppe – öffnet sich ein 360-Grad-Panorama über die gesamte Insel.
Die romantischste Anreise gelingt mit dem Rasenden Roland: Die historische Schmalspurbahn fährt seit 1895 täglich von Putbus über Binz und Sellin nach Göhren. Wer eine Tagesroute plant, kann morgens mit dem Zug von Binz nach Göhren fahren, von dort durch die Granitz zum Schloss wandern und nachmittags per Roland zurück. Gesamtdauer: 4–5 Stunden, sehr abwechslungsreich.
Hiddensee: Das autofreie Paradies
Hiddensee ist Rügens Nachbarinsel und das vielleicht entspannteste Ausflugsziel des gesamten Archipels. Auf der schlanken, 17 Kilometer langen Insel gibt es keine privaten Kraftfahrzeuge – nur Pferde, Fahrräder und die eigenen Beine. Die Fähre fährt von Schaprode (Rügen) in etwa 35 Minuten nach Neuendorf, alternativ von Stralsund mit längerer Überfahrt.
Per Fahrrad lässt sich Hiddensee in einem langen Tag umrunden: der Leuchtturm Dornbusch im Norden, die Heidelandschaft des Mittellandes und die Dünen im Süden bei Neuendorf. Die Insel gilt als Geheimtipp für Künstler und Ruhesuchende – Gerhart Hauptmann verbrachte hier Jahrzehnte, sein Haus ist heute Museum. Einplanen: Hin- und Rückfahrt plus Pufferzeit beim Fährticket; in der Hauptsaison unbedingt vorbuchen.
Naturgeheimtipps abseits der Massen
Neben den großen Namen hat Rügen zahlreiche weniger besuchte Ecken, die umso lohnender sind. In unserem Artikel Naturgeheimtipps Rügen stellen wir Orte vor, die selbst viele Stammgäste noch nicht kennen: einsame Boddenstrände, versteckte Waldwege und Aussichtspunkte ohne Warteschlange. Besonders schön: Früh morgens oder in der Nebensaison, wenn die bekannten Ziele ihre ruhigste Seite zeigen.
Planungstipps: Kombination und Timing
Nicht alle Ausflüge lassen sich sinnvoll an einem Tag kombinieren, da Rügen mit 976 Quadratkilometern die größte deutsche Insel ist. Von Binz bis Kap Arkona sind es rund 50 Kilometer – das sind bei Hauptsaison-Verkehr gut 70–90 Minuten Fahrzeit. Eine bewährte Einteilung:
- Tag 1 – Norden: Kap Arkona + Fischerdorf Vitt
- Tag 2 – Jasmund: Königsstuhl + Sassnitz Fischerhafen
- Tag 3 – Mönchgut: Granitz + Rasender Roland
- Tag 4 – Hiddensee: Ganztagesausflug per Fähre
Wer nur wenige Tage hat: Jasmund (Königsstuhl) und Kap Arkona sind die meistbesuchten Ziele und rechtfertigen jeden Aufwand. Beide am frühen Morgen ansteuern – vor 10 Uhr sind die Parkplätze noch überschaubar. Den Nationalpark-Shuttle immer gegenüber dem Privatfahrzeug bevorzugen, da die Straßen im Sommer überlastet sind.
Ideal gelegene Ferienwohnungen für Ausflügler
Wer die Ausflugsziele möglichst bequem erreichen möchte, profitiert von einer zentral gelegenen Unterkunft. Ferienwohnungen in Binz bieten optimalen Anschluss an den Rasenden Roland und an die Busse des RPNV. Von Sellin aus sind Jasmund und Granitz gleich gut erreichbar, und Göhren ist die perfekte Basis für Mönchgut und die südliche Insel.
Was sind die beliebtesten Ausflugsziele auf Rügen?
Die meistbesuchten Ausflugsziele sind: 1. Königsstuhl im Jasmund-Nationalpark (Kreidefelsen), 2. Kap Arkona mit den drei Leuchttürmen, 3. Jagdschloss Granitz, 4. Hiddensee (autofreie Insel), 5. Fischerdorf Vitt. Dazu kommen das Ozeaneum Stralsund und der Rasende Roland als Klassiker für Familien.
Wie viele Tage braucht man, um Rügen zu erkunden?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sollte man 5–7 Tage einplanen. Mit einem Wochenurlaub können Kap Arkona, Jasmund-Nationalpark, Mönchgut, Hiddensee und die Seebäder entspannt erkundet werden. Wer nur ein Wochenende hat, konzentriert sich auf Königsstuhl und Jasmund.
Kann man Rügen ohne Auto erkunden?
Ja. Der RPNV verbindet alle Seebäder mit Bussen und Zügen. Der Nationalpark-Shuttle fährt zum Königsstuhl. Der Rasende Roland verbindet Putbus, Binz, Sellin, Baabe und Göhren. Mit dem Fahrrad sind die meisten Ausflugsziele gut erreichbar. Hiddensee ist sogar komplett autofrei.
Wann sind die Ausflugsziele am wenigsten überfüllt?
Früh morgens (vor 10 Uhr) und in der Nebensaison (Mai, Juni, September, Oktober) sind die beliebten Ziele deutlich ruhiger. Besonders Kap Arkona und der Königsstuhl sind mittags in der Hauptsaison überfüllt – wer früh startet, hat sie fast für sich allein.




